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Auszug aus dem Artikel 1.7

Die Salärentwicklung in Relation zum Alter

Altersstruktur und Konkurrenzfähigkeit,
Gleichbehandlung und Diskriminierung

Verfasst von Régis Künzli

  1. Die Korrelation Salär / Alter im Markt
  2. Die Grundlagen für die Cepec Tendenzlinien
  3. Altersstruktur und Konkurrenzfähigkeit
  4. Die Tendenzlinien der öffentlichen Verwaltungen
  5. Die Tendenzlinien bei der Analyse der Lohndiskriminierung

Abbildungen

  1. Tendenzlinien Salär / Alter
  2. Funktionskette Juristen
  3. Funktionskette Aktuare/Berater
  4. Vergleich der Altersstrukturen zweier konkurrierender Unternehmen
  5. Typische Tendenzlinie einer öffentlichen Verwaltung - Stufe 5S

Beilagen

  1. Kritik der Methode Flückiger
  2. Dossier du Centre Patronal - Egalité salariale : condamné faute de preuve

 

Die meisten Salärvergleichsstudien zeigen eine klare Korrelation zwischen Salär und Alter. Im Markt geht der Trend in Richtung einer stärkeren Abflachung der Tendenzlinien. Allerdings erfolgt diese Entwicklung sehr langsam, überlagert von konjunkturellen Schwankungen. Die Form der Tendenzlinien variiert auch nach Branchen und Funktionen.

Das Alter oder Dienstalter ist nicht per se ein Bestimmungsfaktor für die Salärerhöhung. Die Tendenzlinie zeigt die durchschnittliche Entwicklung in Relation zum Alter. Diese durchschnittliche Entwicklung kann als "normal" betrachtet werden, insofern sie einer "normalen" schrittweisen Erweiterung der Fähigkeiten für die Ausübung der Funktion entspricht, begleitet durch gute Leistungen.

Cepec berechnet seit vielen Jahren solche Tendenzlinien und hat sie laufend erweitert bezüglich Stufen, Branchen, Region und Funktionen. In ihrer Gesamtheit stellen sie einen wertvollen Fundus dar, regelmässig à-jour geführt, konsolidiert und den Marktentwicklungen angepasst auf Grund einer riesigen Datenbank von rund 300'000 einzelnen Salären.

Innerhalb einer Funktionsstufe steigen die Saläre mit dem Alter stark an. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass bei einer relativ hohen Altersstruktur der ausführenden Funktionen eine überhöhte Salärsumme resultiert, die nur teilweise durch höhere Effizienz kompensiert wird. Dies führt zu einem Konkurrenznachteil im Vergleich mit Mitbewerbern, die mit durchschnittlich jüngeren Arbeitskräften operieren.

In den meisten öffentlichen Verwaltungen beinhaltet das Salärsystem eine starke Abhängigkeit vom Dienstalter und damit vom Alter. Je nach Funktion erfolgt ein Altersanstieg von manchmal 50% über 20 bis 30 Jahre. In einer 1992 durchgeführten Studie kam Cepec zum Schluss, dass die Löhne in der Bundesverwaltung massiv höher sind als jene von vergleichbaren Funktionen in der Privatindustrie, und dass diese Abweichung weitgehend auf die Salärentwicklung nach dem Anciennitätsprinzip zurückzuführen ist.

Die Salärunterschiede zwischen Frauen und Männern werden in den Vergleichen des Bundes, bezogen auf eine grobe Kategorisierung, mit 20% bis 30% ausgewiesen. Man kann daraus allerdings nicht ableiten, dass eine Lohndiskriminierung in diesem Ausmass vorliegt. Selbst bei einer feineren Untersuchung nach Funktionsstufe können Unterschiede in Median oder Durchschnitt nicht mit Sicherheit auf Diskriminierung zurückgeführt werden. Vielmehr muss die Analyse der Daten auch unter Berücksichtigung der Alterstruktur erfolgen, d.h. in Bezug auf die altersabhängige Tendenzlinie.

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Auszug aus dem Artikel 1.7
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